Apothekerin erklärt einer Patientin ein Schmerzmittel

Kopfschmerzen oder Migräne: Woran du den Unterschied erkennst und was hilft

Kurz gesagt: Spannungskopfschmerz drückt auf beiden Seiten, Migräne pocht meist einseitig mit Übelkeit. Nimm Schmerzmittel nicht an mehr als zehn Tagen im Monat.

Dein Kopf dröhnt, und du fragst dich: normale Kopfschmerzen oder schon Migräne? Die Antwort entscheidet mit darüber, was dir hilft und wann du lieber zum Arzt gehst.

Spannungskopfschmerz: der Klassiker

  • Dumpfer, drückender Schmerz auf beiden Seiten, oft wie ein Band um den Kopf
  • Leicht bis mittelstark, keine Übelkeit
  • Körperliche Aktivität verschlimmert ihn kaum
  • Auslöser: Stress, Verspannungen, wenig Schlaf, zu wenig Trinken

Migräne: mehr als nur Kopfschmerz

  • Meist einseitig, pulsierend oder pochend
  • Mittelstark bis sehr stark, hält 4 bis 72 Stunden an
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Bei Bewegung wird der Schmerz schlimmer
  • Manche Menschen haben vorher eine Aura, etwa Flimmern oder Sehstörungen

Was rezeptfrei helfen kann

  1. Bei Spannungskopfschmerz: Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure nach Packungsangabe (Unterschied erklärt). Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen kann zusätzlich entspannen.
  2. Bei Migräne: Frühzeitig ein Schmerzmittel oder ein Migränemittel einnehmen, bevor der Schmerz auf dem Höhepunkt ist. Ruhe in einem abgedunkelten Raum hilft.
  3. Allgemein: Viel trinken, frische Luft, Nacken lockern, regelmäßige Mahlzeiten.

Wichtig: nicht zu oft Schmerzmittel

Wer an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel nimmt, riskiert Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch. Dann entstehen die Schmerzen durch die Tabletten selbst. Sprich in dem Fall mit deiner Ärztin.

Wann sofort zum Arzt oder Notruf?

  • Plötzlicher, nie dagewesener, heftigster Kopfschmerz
  • Kopfschmerz mit Fieber und steifem Nacken
  • Lähmungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Doppelbilder
  • Kopfschmerz nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
  • Neu auftretende Kopfschmerzen ab 50 Jahren

Tipp: Ein Kopfschmerztagebuch hilft, Auslöser zu finden. Notiere Datum, Dauer, Stärke und mögliche Trigger wie Schlaf, Essen und Stress.

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung. Bei Fragen zu deinen Medikamenten hilft dir deine Apotheke vor Ort – hier findest du eine Apotheke in deiner Nähe.

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