
Schwangerschaft und Medikamente: Was ist erlaubt und was nicht?
Kurz gesagt: Nimm in der Schwangerschaft kein Medikament auf eigene Faust, auch keine rezeptfreien. Frag vorher Frauenärztin oder Apotheke, was für dich und dein Kind verträglich ist.
Du bist schwanger und plötzlich erkältet oder hast Kopfschmerzen. Darfst du etwas nehmen? Die kurze Antwort: manches ja, vieles nein. Und die wichtigste Regel lautet: erst fragen, dann einnehmen.
Warum ist das so wichtig?
Viele Wirkstoffe gelangen über den Mutterkuchen zum Kind. Wie riskant sie sind, hängt vom Wirkstoff, der Dosis und dem Schwangerschaftsmonat ab. Manche Mittel sind in einer Phase unbedenklich, in einer anderen nicht.
Was meist als verträglich gilt
- Paracetamol bei Schmerzen und Fieber, so kurz und niedrig dosiert wie möglich und nach Rücksprache
- Salzwasser-Nasensprays und Inhalation bei Erkältung
- Bestimmte Mittel gegen Sodbrennen wie Antazida
- Folsäure schon vor und in der frühen Schwangerschaft nach ärztlicher Empfehlung
Was du meiden oder nur nach Rücksprache nehmen solltest
- Ibuprofen und Aspirin: besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht ohne ärztlichen Rat
- Viele pflanzliche Mittel: „Natur“ heißt nicht „sicher“. Manche Kräuter können Wehen auslösen.
- Bestimmte Antibiotika, Blutdruckmittel und Akne-Medikamente
- Vitamin-A-haltige Präparate in hoher Dosis
Dauermedikamente nicht eigenmächtig absetzen
Bei Epilepsie, Schilddrüsenerkrankungen, Depressionen oder Diabetes gilt: Setze nichts ab, ohne mit deiner Ärztin zu sprechen. Oft ist die Behandlung der Erkrankung wichtiger als ein Risiko durch das Mittel.
So gehst du vor
- Sag in Praxis und Apotheke immer, dass du schwanger bist oder es sein könntest.
- Frag bei jedem neuen Mittel, auch bei rezeptfreien.
- Lies den Beipackzettel, aber verlass dich nicht allein darauf, er ist oft sehr vorsichtig formuliert.
- Nutze Beratungsstellen: Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie in Berlin berät kostenlos zu Medikamenten in der Schwangerschaft.
Mehr zu rezeptfreien Mitteln: Welche Schmerzmittel sind rezeptfrei? Hilfe in deiner Nähe: Apotheke finden.
Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung. Bei Fragen zu deinen Medikamenten hilft dir deine Apotheke vor Ort – hier findest du eine Apotheke in deiner Nähe.
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