Apotheker berät zu pflanzlichen Arzneimitteln

Pflanzliche Schlafmittel: Was bringen Baldrian, Hopfen und Co.?

Kurz gesagt: Pflanzliche Mittel wirken mild und brauchen oft ein bis zwei Wochen. Gute Schlafgewohnheiten helfen mindestens genauso.

Du liegst wach, das Gedankenkarussell dreht sich, der Wecker rückt näher. Bevor du zu stärkeren Mitteln greifst, lohnt ein Blick auf pflanzliche Helfer. Was sie können und was nicht, erfährst du hier.

Welche Pflanzen werden häufig genutzt?

  • Baldrian: der Klassiker. Wirkt eher mild, oft erst nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme.
  • Hopfen: wird gern mit Baldrian kombiniert.
  • Melisse und Passionsblume: beruhigend bei innerer Unruhe.
  • Lavendel: als Kapsel mit Lavendelöl oder als Tee, vor allem bei nervös bedingten Einschlafproblemen.

Was kannst du realistisch erwarten?

Pflanzliche Mittel sind in der Regel milder als chemische Schlafmittel und machen nicht abhängig. Die Wirkung ist individuell. Manche Menschen spüren deutlich etwas, bei anderen ist es eher ein Placebo-Effekt, der trotzdem helfen kann. Wichtig: Gib dem Mittel zwei bis vier Wochen Zeit, bevor du urteilst.

Gut zu wissen bei der Einnahme

  1. Lies die Packungsangabe und achte auf Dosis und Einnahmezeitpunkt, oft eine Stunde vor dem Schlafen.
  2. Bei Medikamenten wie Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva vorher in der Apotheke nachfragen, weil Wechselwirkungen möglich sind.
  3. Am nächsten Morgen kann bei manchen Menschen Müdigkeit bleiben, also nicht direkt Auto fahren, wenn du dich benommen fühlst.
  4. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern vorher ärztlich abklären.

Was zusätzlich wirklich hilft

  • Feste Schlafenszeiten, auch am Wochenende
  • Abends kein Koffein, wenig Alkohol und keine schweren Mahlzeiten
  • Handy und Bildschirme eine Stunde vor dem Schlafen weglegen
  • Kühles, dunkles, ruhiges Schlafzimmer
  • Ein kleines Abendritual, etwa Tee, Lesen oder Dehnen

Wann zum Arzt?

Wenn du länger als drei bis vier Wochen schlecht schläfst oder tagsüber sehr erschöpft bist, lass die Ursache klären. Hinter Schlafproblemen können Stress, Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder Schlafapnoe stecken. Mehr dazu in Was hilft bei Schlafstörungen?

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung. Bei Fragen zu deinen Medikamenten hilft dir deine Apotheke vor Ort – hier findest du eine Apotheke in deiner Nähe.

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