Apotheker prüft Nahrungsergänzungsmittel im Regal

Magnesium: Wann ist es sinnvoll und wie nimmst du es richtig?

Kurz gesagt: Die meisten decken ihren Bedarf über das Essen. Zusätzliches Magnesium lohnt sich bei Mangel oder erhöhtem Bedarf, immer nach Packungsangabe.

Nachts ein Krampf in der Wade, tagsüber Zucken im Augenlid: Viele denken sofort an Magnesiummangel und greifen zur Brausetablette. Manchmal liegt das richtig, oft aber auch nicht. Hier ist, was du wirklich wissen solltest.

Wofür braucht dein Körper Magnesium?

Magnesium ist an Muskel- und Nervenfunktion, Energiestoffwechsel und Knochenaufbau beteiligt. Der Bedarf liegt bei Erwachsenen grob bei 300 bis 400 Milligramm pro Tag. Die meisten Menschen decken das über die Ernährung: Nüsse, Samen, Haferflocken, Vollkorn, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse und Mineralwasser liefern es reichlich.

Wann kann zusätzliches Magnesium sinnvoll sein?

  • bei nachgewiesenem Mangel, etwa durch Blutuntersuchung
  • bei erhöhtem Bedarf, zum Beispiel in der Schwangerschaft oder bei intensivem Sport
  • bei manchen Medikamenten, die den Magnesiumhaushalt beeinflussen, etwa bestimmte Entwässerungsmittel oder Magenschutzpräparate
  • bei starkem Durchfall, Erbrechen oder Alkoholmissbrauch

Wadenkrämpfe: Hilft Magnesium wirklich?

Die Studienlage ist uneinheitlich. Bei manchen Menschen mit echtem Mangel bessert es sich, bei vielen ändert sich nichts. Gerade bei nächtlichen Krämpfen lohnt es sich, auch auf Dehnübungen vor dem Schlafen, genug Flüssigkeit und mögliche Medikamentenwirkungen zu achten. Treten Krämpfe oft auf, lass sie ärztlich abklären.

So nimmst du Magnesium richtig

  1. Dosis beachten: Halte dich an die Packungsangabe. Als Ergänzung gelten oft etwa 250 bis 350 Milligramm pro Tag als Obergrenze, sofern nicht ärztlich anders empfohlen.
  2. Über den Tag verteilen: Kleine Portionen werden besser aufgenommen als eine große.
  3. Zur Mahlzeit oder danach: So verträgt es der Magen oft besser.
  4. Abstand zu anderen Medikamenten: Magnesium kann die Aufnahme mancher Antibiotika und Schilddrüsenmittel stören. Halte zwei bis vier Stunden Abstand und frag in der Apotheke nach.

Welche Form ist die richtige?

Citrat, Glycinat und Malat gelten als gut verfügbar. Oxid ist günstig, wird aber schlechter aufgenommen und führt häufiger zu Durchfall. Wichtig ist weniger der Name als die tatsächliche Menge an elementarem Magnesium pro Tablette, sie steht auf der Packung.

Wann solltest du vorsichtig sein?

Bei Nierenerkrankungen kann sich Magnesium im Körper anreichern. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Apotheker. Mehr zu Ergänzungsmitteln allgemein: Was sind Nahrungsergänzungsmittel? und Vitamin D im Winter.

Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Beratung. Bei Fragen zu deinen Medikamenten hilft dir deine Apotheke vor Ort – hier findest du eine Apotheke in deiner Nähe.

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